Frau Nguyen-Kims Verwirrungen über die Anzahl der Geschlechter

Frau Mai Thi Nguyen-Kim hat ein Video gepostet, in der sie sich einmal mehr in begrifflichen Unklarheiten und Verwirrungen bezüglich des Geschlechts ergeht. Ich habe versucht, den folgenden Kommentar unter ihrem Video zu posten, aber er wird sofort gelöscht. Cancel culture im Kleinen, was ein Hinweis darauf ist, dass Frau Nguyen-Kims Einlassungen gegen Argumente nicht bestehen können. Hier mein Kommentar:

Frau Nguyen-Kim hat die sich auf Gameten beziehende Definition von Geschlecht nicht verstanden, sonst würde Sie nicht die Behauptung tätigen, aus dieser folge, dass Menschen, die keine Gameten produzieren, weder Mann noch Frau sind. Das weibliche Geschlecht weist Entwicklungsschritte hin auf die Produktion von Eizellen auf, das männliche hin auf die von Spermien. Die Keimzellen müssen nicht tatsächlich produziert werden. Siehe hierzu auch mein eigenes Video zum Thema sowie die Beschreibung darunter. Siehe auch das Interview mit der Medizinnobelpreisträgerin Nüsslein-Volhard in der Emma. Folglich belegt auch nichts in dem Video von Frau Nguyen-Kim, dass es mehr als zwei biologische Geschlechter gibt. Wenn sie über zwei hinausgehen will, spricht sie ständig von “Geschlechtsausprägung”. Aber eine “Geschlechtsausprägung” ist kein Geschlecht, und Störungen (oder “Varianten”) der geschlechtlichen Entwicklung schaffen kein weiteres. Irgendeine Definition (Angabe notwendiger und hinreichender Bedingungen dafür, dass etwas unter diesen Begriff fällt) von “Geschlechtsausprägung” liefert sie auch nicht. Sie sagt: “Die biologische Definition der Geschlechtsausprägung basiert auf der Gesamtheit der äußeren und innerer Geschlechtsmerkmale und -organe sowie auf Genen und Hormonen und das macht die Sache ein bisschen komplexer.” Erstens ging es nicht um die biologische Definition von “Geschlechtsausprägung”, sondern um die biologische Definition von “Geschlecht”. Die ist eindeutig und nicht komplex, und in deren Licht gibt es nur zwei Geschlechter. Zweitens ist eine Erklärung darüber, worauf die Definition von “Geschlechtsausprägung” “basiert” etwas anderes, als die Definition von “Geschlechtsausprägung” tatsächlich zu geben. Sie gibt hier keine. Dann wiederum redet sie von “Geschlechtsidentität”. Aber eine “Geschlechtsidentität” ist ebenfalls kein Geschlecht, und auch hier definiert Frau Nguyen-Kim weder, was eine Geschlechtsidentität ist (vermutlich, weil da nur Zirkuläres, also Wertloses rauskommen kann), noch wie man es nicht-psychotisch bewerkstelligen sollte, sich als Frau zu identifizieren, wenn man ein Mann ist (könnte man sich auch als Hamster “identifizieren”)? Siehe zu diesen Problemen hier. Natürlich gibt es Menschen, die unter Genderdysphorie leiden oder transsexuell sind. Genderdysphorie und Transsexualismus lassen sich aber definieren, ohne auf eine ominöse “Geschlechtsidentität” Bezug zu nehmen, und wenn man schon auf sie Bezug nimmt, sollte man sie wenigstens klar definieren. Auch hat Frau Nguyen-Kim nicht verstanden dass es – um ihren eigenen Sprachgebrauch zu benutzen – “arschig” ist, Menschen dazu zu zwingen, anderer Leute Selbstwahrnehmung zu bestätigen. Man muss Trump nicht den besten Präsidenten aller Zeiten nennen, nur weil er sich so sieht; noch muss man einen Mann als Frau bezeichnen, nur weil er sich so sieht. Es gibt ein Menschenrecht auf Gewissens- und Meinungsfreiheit. “Misgendern” ist im übrigen auch nicht die “falsche Geschlechtszuschreibung”, sondern die richtige. Die Gründe, warum Männer als Frauen bezeichnet werden wollen, sind zudem auch zumeist alles andere als harmlos. Zudem verschweigt sie, dass die gegenwärtige Studienlage eindeutig gegen Pubertätsblocker und Hormongaben spricht (von absoluten Ausnahmefällen abgesehen), was sich auch in schwedischen und finnischen Entscheidungen bezüglich der “Transition” spiegelt sowie in der Schließung der britischen Genderklinik Tavistock. Das “Irreversibilitätsdilemma” spricht aufgrund der statistischen Fakten gegen die Transition, nicht für sie. Respekt für Menschen, die an Genderdysphorie leiden, ist in der Tat angebracht. Aber ein solcher Respekt beinhaltet nicht die Bestätigung falscher Selbstwahrnehmungen – dies zu erwarten wäre respektlos gegenüber dem zu solcher Bestätigung Gedrängten – und erst recht nicht die Hinnahme der Transgenderideologie mitsamt ihres unwissenschaftlichen Geredes von “Vielgeschlechtlichkeit”.

© Uwe Steinhoff 2022

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