Wie der ÖRR Kritiker diffamiert und die Verstümmelung von Kindern befördert

Mit welcher Verachtung und Arroganz der öffentlich-rechtliche Rundfunk den deutschen Steuerzahler und die deutsche Mehrheitsbevölkerung behandelt, hat er durch die zahlreichen kürzlich ans Licht gekommenen Korruptions-, Vetternwirtschafts, und Verschwendungsskandale, durch das Durchdrücken der Gendersprache gegen den Mehrheitswillen, durch die Gleichsetzung von Verteidigern der Meinungsfreiheit wahlweise mit Ratten, Joseph Göbbels oder Mitgliedern der Roten Armee Fraktion sowie generell durch die konstante oberlehrerhafte Attitüde gegen die Zuschauer in beeindruckender Weise bewiesen.

Ebenso bewiesen hat er es, im Kleineren und Spezifischeren, mit seinen Reaktionen auf einen von mittlerweile Hunderten von Wissenschaftlern unterzeichneten Aufruf gegen die Falschberichterstattung des ÖRR über biologische und medizinische Sachverhalte bezüglich der Themen Geschlecht und Genderdysphorie/Transsexualismus. Der Aufruf wurde von fünf Autoren in der Welt vorgestellt, und die Vorwürfe wurden in einem 50-seitigen Dossier belegt. Einer der Vorwürfe lautete insbesondere, dass diese Falschberichterstattung auch das Kindeswohl gefährdet.

Die Hauptreaktion bestand in weitestgehendem Verschweigen der Existenz dieser Kritik. Da diese bereits am Anfang von 100 Wissenschaftlern mitunterzeichnet wurde (die Zahl hat sich seitdem mehr als verdreifacht), wäre dies größerer Aufmerksamkeit wert gewesen. Die vereinzelten Reaktionen, die es dann doch gab, vermieden aber gerade den Hinweis auf diese wissenschaftliche Unterstützung. Auch sonst ließen sie in puncto Aufrichtigkeit und intellektuelles Niveau zu wünschen übrig.

So berief sich im Anschluss an die Veröffentlichung des Welt-Artikel ein echauffierter Tweet der Sendung „MDR Wissen“ zum Beweis der Existenz von mehr als zwei Geschlechtern lieber nicht auf die politisch unzuverlässige biologische Primärliteratur, sondern auf das gesinnungssichere „Regenbogenportal“ der Familienministeriums.[1] Dies führt das „Klinefelder“-Syndrom als Beweis für ein geschlechtliches „Spektrum“ an – und zeigt damit, dass es eine Geschlechtschromosomen-Anomalie nicht von einem Geschlecht unterscheiden und Klinefelter nicht buchstabieren kann. Zudem behauptete der MDR, dass die Welt “einigen, mehrheitlich fachfremden Expert*innen, die Bühne geboten hat, teils menschenfeindliche Behauptungen unter dem Deckmantel der #Wissenschaft aufzustellen.“ Dies ist verleumderisch und falsch. Nichts an unserem Artikel war menschenfeindlich, wie übrigens der Presserat bestätigt hat.[2] Zudem bestand das Autorenteam des Artikels aus drei Biologinnen, einem Arzt und Kinder- und Jugendpsychiater sowie einem analytischen Philosophen. Die relevante interdisziplinäre Expertise war also erheblich. Das Dossier bot zusätzlich noch einen Biochemiker und eine Mikrobiologin auf. Darüber hinaus wurde unsere Einschätzung eben schon damals von hundert Wissenschaftlern geteilt, darunter zahlreichen Biologen, Medizinern und Psychologen mit universitärem Lehrstuhl.

Umgekehrt hingegen berief sich der MDR neben dem nicht gerade durch Expertise oder auch nur Orthographie glänzenden Familienministerium inzestuös auf Beiträge innerhalb der ÖRR-Familie, nämlich auf einen BR-Artikel des Journalisten Martin Zeyn, welcher seinem LinkedIn-Profil zufolge Germanistik und Ostslawistik studierte,[3] sowie auf Beiträge des studierten Physikers Ranga Yogeshwar und der studierten Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim. Sich auf diese Personen zu berufen, während man gleichzeitig uns Fachfremdheit vorwirft, zeugt von Heuchelei, die durch das reflexhafte und unbelegte Reden von „konservativen Narrativen“ nicht besser wird.[4] Im übrigen hatten wir die Beiträge der letzteren beiden Personen in unserem Dossier ausführlich und mit Argumenten kritisiert. Es sei nochmals daran erinnert, dass die Evolutionsbiologin und Trägerin des Medizinnobelpreises Prof. Christiane Nüsslein-Volhard kürzlich festgestellt hat, dass Menschen, die an mehr als zwei biologische Geschlechter glauben, im Biologieunterricht nicht aufgepasst haben.[5] Es ist also klar, auf wessen Seite hier die Expertise liegt.

Auch der Twitter-Account des ZAPP Medienmagazins vom NDR war verärgert, aber nicht klüger oder aufrichtiger als MDR Wissen.[6] In einem ebenso langen wie konfusen Thread sprach auch er uns Expertise ab, berief sich aber nichtsdestoweniger ausgerechnet auf Yogeshwar; und das, obwohl ZAPP zugab, dass ich Yogeshwars Sendung „auseinandergenommen“ hatte und seinerseits jedwedes Argument gegen meine Analyse schuldig blieb. Zudem assoziierte es mich fälschlich und im Widerspruch zu unseren Dossier mit der Behauptung, es gebe keine „Transmenschen“ (wir erkennen deren Existenz an, wenn damit Menschen mit Geschlechtsdysphorie gemeint sind, und nicht biologische Männer, die „eigentlich Frauen“ seien) und bezeichnete mich als „Politikwissenschaftler“. Offenbar versagen die Fähigkeit zur Recherche nicht nur beim Thema Biologie. Und schließlich meinte ZAPP offenbar, meine wissenschaftliche Glaubwürdigkeit mit dem Hinweis untergraben zu können, dass ich auch „beim rechtskonservativen Cicero als Gastautor” veröffentliche. Aber ein liberal-demokratisches Magazin als „rechtskonservativ“ zu bezeichnen zeugt erstens nur von der eigenen ideologischen Voreingenommenheit, und zweitens wurde Cicero, anders als dem ÖRR, nicht von hundert Wissenschaftlern vorgeworfen, biologische Falschdarstellungen zu verbreiten. Wenn man schon an Kontaktschuldargumente glaubt, so muss das Argument dann vom Kopf auf die Füße gestellt werden: Nicht meine wissenschaftliche Glaubwürdigkeit wird durch mein Publizieren beim Cicero in Frage gestellt, sondern Yogeshwars durch sein Publizieren beim ÖRR.

Was übrigens den schon erwähnten Artikel von Zeyn auf einer Webseite des BR angeht,[7] so besticht dieser durch dieselbe Inkompetenz wie die anderen Beiträge. Abermals bin ich ein „Politikwissenschaftler“, wieder hören wir von der „Fachfremdheit“ unseres Teams, und der Autor projiziert ohne Belege allerlei psychologische und politische Motivationen auf unser Team, hat aber angesichts der tatsächlich eigenen Fachfremdheit kein Argument parat. Der Artikel trägt übrigens den Titel „Hier geht es um Ängste. Aber nicht die der Kinder.“ Das ist nicht ganz falsch. Unser Autorenteam weiß nämlich, dass man Kinder gelegentlich auch vor Dingen schützen muss, vor denen sie keine Angst haben und die ihnen daher leicht zu ihrem Schaden eingetrichtert werden können. Wir hatten also Angst, oder besser Sorge, um Kinder. Zeyns Beitrag ist eine weitere Bestätigung unseres Vorwurfs, dass die Anstalten des ÖRR diese Sorge nicht teilen.

Erwähnt werden muß natürlich auch die Reaktion des ÖRR nach dem Skandal um den gecancelten Vortrag von Frau Marie-Luise Vollbrecht. Auch hierzu musste Zeyn sich äußern.[8] Er sah den Skandal bezeichnenderweise „in der Einladung der Referentin selbst“, und zwar weil ihr die „wissenschaftliche Expertise in Fragen der Gendertheorie“ fehle. Es ist wohl eher skandalös, dass solch abstruse Aussagen mithilfe von Zwangsgebühren verbreitet werden. Und es zeugt abermals von wissenschaftlicher Inkompetenz sowie für Verachtung von Wissenschaftsfreiheit, wenn man meint, Vorträge über biologische Themen müssten, wie das jetzt so schön heißt, gendertheoretisch „kontextualisiert“ werden. Zeyn entblödete sich zudem nicht, Vollbrecht „Sozialdarwinismus“ vorzuwerfen. Daraus kann man nur schließen, das er nicht weiß, was Sozialdarwinismus ist, oder zu bewusster Diffamierung neigt.

Auch Panorama (ZDF) berichtete auf seiner Webseite.[9] Es endete den Bericht mit einem Zitat des „Referent*innenRats“ der Humboldt Universität: „Die Wissenschaftsfreiheit ist kein Mantel für die Verbreitung von menschenverachtenden Ideologien und gegen Akzeptanz wissenschaftlicher Erkenntnisse gerichteter Propaganda – die Erde ist keine Scheibe, die Evolution ist kein Verschwörungsmythos und die Unterschiedlichkeit von Menschen hat mehr als zwei Seiten.“ Den Beitrag auf einem derartigen Zitat enden zu lassen ist tendenziös. Das Flacherdlertum geht nicht von Vollbrecht aus,[10] ebenso wenig Menschenfeindlichkeit; und dass „die Unterschiedlichkeit von Menschen“ nur „zwei Seiten“ hat, hat sie nicht behauptet. Sie hat behauptet, dass es zwei biologische Geschlechter gibt – und dass dies mit einer Unmenge an Unterschieden zwischen Menschen in anderen Dimensionen vereinbar sei. Tendenziös ist der Beitrag zudem, indem er ein durch und durch transgenderideologisches ZDF-Video einbettet,[11] in dem abermals (natürlich einmal mehr ohne Erwähnung von Keimzellen) vom Geschlechter-„Spektrum“ die Rede ist und die Transgenderideologien Jule Govrin die genderkritische Feministin Kathleen Stock als „transfeindlich“ diffamiert.[12]

Genannt sei auch der Deutschlandfunk. Ich hatte diesen bereits vor der causa Vollbrecht mehrfach dafür kritisiert, dass seine in ihm verbreitete Klage, Journalisten berichteten in der Transgenderdebatte angeblich unausgewogen zu Ungunsten der „trans community“, sowohl in der Präsentation als auch in der einseitigen Auswahl der Gäste Ausdruck der offensichtlichen eigenen Unausgewogenheit zugunsten der Transgenderideologie ist.[13] Als Beitrag zur Debatte um Frau Vollbrechts Vortrag erschien sodann ein Interview, in dessen Teaser auf der Webseite erklärt wird: „sogenannte TERFs“ schreckten „nicht vor Falschinformationen zurück, die teils unhinterfragt übernommen werden, beklagen Experten.“[14] TERFs, erläutert der Beitrag, seien „Radikalfeministinnen … , die sich gegen Transmenschen und gegen die Rechte von Transpersonen stellen.“

Das ist schlicht Propaganda, denn die sogenannten „TERFs“, welche sich selbst, wie immerhin zugegeben wird, als „genderkritische Feministinnen“ bezeichnen, richten sich weder gegen Transmenschen noch gegen deren Rechte. Sie sprechen vielmehr allen Menschen, trans oder nicht, korrekterweise das Recht ab, sich mit allen Rechtsfolgen kontrafaktisch in Mitglieder des anderen Geschlechts umdeklarieren zu lassen, nicht zuletzt da dies Männern – trans oder nicht – erlauben würde, in aus guten Gründen Frauen vorbehaltene Schutzräume wie Frauentoiletten und Frauengefängnisse oder Domänen wie Frauensport und Frauenquoten vorzudringen. Ebenso lehnen sie die Verstümmelung von Kindern im Namen der Transgenderideologie ab. Kurz, genderkritische Feministinnen sind nicht transfeindlich, vielmehr sind Transgenderideologen frauen- und kinderfeindlich.

Für diese letztere Aussage hätte man tatsächlich jede Menge Experten gefunden, aber die einzigen „Experten“, auf welche der Deutschlandfunk hier vertraute, waren die Transgenderideologin Annika Brockschmidt und ein unter Pseudonym vorgestellter Sprecher der Amadeu Antonio Stiftung. Dass eine Stiftung, welche jahrelang eine ehemalige Stasi-Informantin als Vorsitzende hatte, das Denunzieren vermeintlich feindlicher, in diesem Fall transfeindlicher Agenten zum auch steuerfinanzierten Geschäftsmodell gemacht hat, kann nicht überraschen. Nicht überall diese vermeintliche Feindlichkeit zu wittern würde diesem Geschäftsmodell schaden. Offenbar meint der Deutschlandfunk aber, man müsste dessen Offerieren einer für den Leser unidentifizierbaren und massive Eigeninteressen einer fragwürdigen Stiftung verfolgenden Person als „Experten“ „ungefragt hinnehmen,“ ebenso wie die Behauptung dieses „Experten“, dass „rechtsextremen [sic!] und transfeindliche Diskurse sich annähern.“ Da hier mit „transfeindlich“ abermals schlicht „genderkritisch“ gemeint ist, nähert sich hier wohl eher der Deutschlandfunk sowohl dem aktivistischen Höhe- wie auch journalistischen Tiefpunkt an.[15]

Ein weiterer aktivistischer Höhe- und journalistischer Tiefpunkt begegnet uns in einer Episode des ARD-Magazins Kontraste, mit dem Titel „Woher kommt der Hass?“[16] Der Beitrag behauptet gleich zu Beginn: „Kaum etwas ist in Deutschland so gefährlich, wie trans zu sein“ und führt zum vermeintlichen Beweis einige Gewaltopfer an, unter anderem die in Münster getötete „Transperson“ Malte C. Im weiteren Verlauf wird suggeriert, dass der angebliche Hass auch von Frau Vollbrecht herrührt, und offenbar schon allein deswegen, weil sie an der Lehre der Zweigeschlechtlichkeit festhält, welche jedoch dem von Kontraste einzig hier angeführten Biologen Diethard Tautz zufolge „viel zu kurz gegriffen“ sei. Frau Vollbrecht wird hier also wenig subtil eine zumindest moralische Mitverantwortung für den Tod einer Transperson  unterstellt.

Verständlicherweise ist diese diffamatorische Sendung auf scharfe Kritik gestoßen. So lügt die Sendung etwa, dass es für das Phänomen des Transhypes und der sozialen Ansteckung keine bestätigende „qualifizierte Forschung“ gäbe. Die Forschung von Lisa Littman und anderen wird tunlichst verschwiegen. Tatsächlich besteht am Phänomen des Transhypes kein begründeter Zweifel. Umgekehrt führt die Sendung keinerlei Belege für den vermeintlich zunehmenden Transhass an. So wurde der Angriff auf Malte C. dem jetzigen Ermittlungstand zufolge von einem homosexuellenfeindlichen vorbestraften abgelehnten Asylbewerbers aus Tschetschenien, einem mehrheitlich islamischen Land, durchgeführt.[17] In Erwiderung auf diese Kritik verweist Kontraste auf eine einzige Umfrage. Diese Umfrage ist jedoch selbst-selektiv und mithin gänzlich nicht-repräsentativ. Bei solchen Umfragen nehmen gern all jene Teil, die bei der Opferolympiade etwas zu gewinnen haben, wenn sie sich nur als möglichst diskriminiert darstellen. Umfragen dieser Art sind bei „LGBTQ“-Propagandisten äußerst beliebt, aber wissenschaftlich wertlos. Kompetente Journalisten wüssten das.

Auf den Kritikpunkt, dass nicht nur der Angriff auf Malte C., sondern auch die meisten der anderen erwähnten Angriffe von Moslems durchgeführt wurden und Kontraste dies verschwiegen habe, erwidern die Macher, dass die Polizeistatistik keinen Aufschluss darüber gebe, dass religiöse Motive eine zentrale Rolle bei den Beweggründen der Täter spielen. Erstens aber gibt die Polizeistatistik auch keinen Aufschluss darüber, dass biologische Motive, etwa die Lehre der Zweigeschlechtlichkeit, eine zentrale Rolle bei den Beweggründen der Täter spielen. Das hält die Autoren nicht davon ab, einen zu konstruieren. Und zweitens belegen Statistiken sehr wohl eine im Vergleich zur Gesamtbevölkerung überproportionale homosexuellenfeindliche Kriminalitätsrate unter Moslems.[18] Es besteht dort also zumindest eine Korrelation. Anders gesagt, während Kontraste einerseits einen Zusammenhang zwischen Vollbrechts Lehren und vermeintlicher Transfeindlichkeit suggeriert, der ebenso absurd wie durch nichts belegt ist, verschweigt die Sendungandererseits islamunterwürfig (und schließlich bedeutet „Islam“ „Unterwerfung“) einen Zusammenhang der ebenso plausibel wie statistisch untermauert ist. „Objektive Berichterstattung“ à la ÖRR.

Schließlich sei auch noch die Kritik angemerkt, dass Tautz nur eine Einzelmeinung vertrete. In Erwiderung verweist Kontraste auf den weniger durch biologische denn „Genderforschung“ hervortretenden Heinz-Jürgen Voß sowie auf drei Artikel anderer Autoren, davon einer rein journalistisch. Ich hatte Wochen vor dem Beitrag in Kontraste in einem FAZ-Artikel gemeinsam mit der Sexualwissenschaftlerin Aglaja Stirn sowohl Tautz‘ und Voß‘ völlig verworrene Bemerkungen zur Thematik bereits kritisiert.[19] Diese Kritik haben die Kontrasteautoren wohl übersehen – oder lieber verschwiegen. Was die drei Artikel angeht, so hat der erste mit der Thematik rein gar nichts zu tun. Irgendwelche expliziten Aussagen über die Anzahl der Geschlechter gibt es dort nicht – allerdings werden nur zwei erwähnt. Der zweite Artikel wurde nicht von Biologen, sondern von Psychologen geschrieben, von denen sich einige wenig überraschend in den „gender studies“ verdingen. Der Artikel liefert dann auch genau jene analytische Inkompetenz, die man aus dieser Richtung gewohnt ist. Die Verfasser weigern sich nämlich von vornherein, zwischen „gender“ und „sex“ zu unterscheiden, offerieren dann aber trotzdem eine „Definition“ von sex, aus welcher unter anderem absurderweise folgt (was die Autoren freilich nicht merken), das jeder Mann ein Geschlecht ist (ist, nicht hätte), aber Frauen nicht.[20] Das man derartigen Unfug nicht ernst nehmen muss, liegt auf der Hand. Was den dritten Artikel angeht, den berüchtigten Ainsworth-Artikel in Nature, so wurde inzwischen tausendfach unter anderem auf Twitter darauf hingewiesen (sowie von Frau Stirn und mir in der FAZ), dass die Autorin explizit bestätigt hat,[21] dass sie die Zweigeschlechtlichkeit mit dem Artikel nie habe bestreiten wollen. Ihr zufolge gibt es nur zwei Geschlechter. Auch hier reicht die Recherchefähigkeit oder Aufrichtigkeit von Kontraste nicht aus. Dass zeigt sich auch darin, dass man begierig Tautz zu Worte kommen lässt, aber geflissentlich verschweigt, dass sich kürzlich zahlreiche international renommierte Evolutionsbiologen zu Worte gemeldet haben, um auch in Verteidigung von Frau Vollbrecht nochmals klarzustellen, dass es tatsächlich nur zwei Geschlechter gibt.[22] Mit dabei war die Evolutionsbiologin und Medizinnobelpreisträgen Nüsslein-Volhard. Und natürlich ist genau dies die Auffassung, die sich in biologischen Fachzeitschriften und biologischen Handbüchern findet.[23]

Offenbar gibt also Kontraste der Propaganda jederzeit Vorrang vor seriösem Journalismus. Und Diffamierung vor Selbstkritik. Denn während Frau Vollbrechts Insistieren auf der korrekten biologischen Lehre von der Zweigeschlechtlichkeit keineswegs zur Gefährdung von Transmenschen beiträgt, trägt, wie wir in unserem Aufruf und Dossier monierten, die transgenderideologische Falschberichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks über Geschlecht und Transition zur massiven psychischen und physischen Schädigung bis hin zur Verstümmelung von Kindern bei.

Eine Gruppe der Unterzeichner hat übrigens dem Intendanten des WDR und zu dem Zeitpunkt Interimsvorsitzenden der ARD, Tom Buhrow, brieflich die Unterschriftensammlung zu dem besagten Aufruf übergeben und unter anderem nachgefragt, wann die Falschdarstellungen korrigiert würden und man endlich einer kritische Diskussion des „Selbstbestimmungsgesetzes“ eine Plattform zu bieten gedenke. Nach telefonischen Nachfragen teilte man uns mit, dass man uns kein Gesprächsangebot mit Herr Buhrow unterbreiten könne. Offenbar sind die berühmten Massagesitze in den durch Zwangsgebühren finanzierten Luxuslimousinen von ÖRR-Intendanten bequem genug, dass man die Kritik von Hunderten von Wissenschaftlern an der kindeswohlgefährdenden Falschberichterstattung des ÖRR auf ihnen gerne aussitzt.

„No taxation without representation“ lautete ein Schlachtruf der amerikanischen Revolution. Die Zwangsgebühren sind de facto jedoch Steuern ohne Repräsentation, und damit zutiefst undemokratisch. Nicht nur angesichts der gegenwärtigen Krise ist der ÖRR abzuschaffen. Die acht Milliarden Euro ließen sich gewiss besser verwenden als zur Finanzierung eines volksverachtenden, pseudojournalistischen und korrupten Propandainstituts.

© Uwe Steinhoff 2022


[1] https://twitter.com/mdrwissen/status/1532597841268547584?s=20&t=-ZNHdROMOQ_LV6EOsGiChA.

[2] https://www.welt.de/kultur/medien/article241408707/Dokumentation-So-bewertet-der-Presserat-den-WELT-Gastbeitrag-Wie-ARD-und-ZDF-unsere-Kinder-indoktrinieren.html.

[3] https://de.linkedin.com/in/martin-zeyn-160b3b67.

[4] https://twitter.com/mdrwissen/status/1532703393315160069?s=20&t=pqcw4GSHfXbXEJ1kOYidLQ.

[5] Chantal Louis, „Viele Geschlechter? Das ist Unfug!“, Emma, 22.8. 2022, https://www.emma.de/artikel/viele-geschlechter-das-ist-unfug-339689.

[6] https://twitter.com/ZappMM/status/1532751533045075970?s=20&t=fyC5nqrE0IUYh9hnNNyvVw.

[7] Dies war einst der link zur Sendung: https://www.br.de/kultur/sendung-mit-der-maus-angst-vor-sexualerziehung-kinder-gender-100.html. Der Artikel ist inzwischen nicht mehr auffindbar.

[8] Dies war einst der link zur Sendung: https://www.br.de/kultur/gesellschaft/marie-vollbrecht-vortrag-geschlechter-mariehatrecht-cancel-culture-transphobie-100.html. Auch diesen Artikel konnte ich beim BR nicht wiederfinden. Sollte man beim BR doch erkannt haben, was für einen unerträglichen Unsinn Zeyn sich geschrieben hat?

[9] https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/berlin-vortrag-geschlecht-diskussion-100.html.

[10] Wie es der Evolutionsbiologe Prof. Axel Meyer mit Bezug auf transgenderideologische Aktivisten ausdrückt: „Diese Aktivisten könnten genauso gut sagen, die Erde sei eine Scheibe“, Cicero, 5.7.2022, https://www.cicero.de/kultur/evolutionsbiologe-axel-meyer-interview-mann-frau-intersexualitaet-biologie.

[11] https://www.zdf.de/kultur/aspekte/geschlechterrollen-einfluss-kultur-natur-biologie-100.html.

[12] Zur Kritik an Govrins Auslassungen über Stock, siehe https://uwesteinhoff.com/2022/02/15/traume-einer-genderseherin-eine-erwiderung-auf-die-anwurfe-der-transgenderideologin-jule-govrin-gegen-die-philosophin-kathleen-stock/.

[13] https://uwesteinhoff.com/2022/04/13/im-glashaus-mit-steinen-und-im-bett-mit-der-transgenderideologie-wie-der-dlf-nicht-nur-unausgewogen-sondern-schlechterdings-parteilich-uber-die-unausgewogenheit/.

[14] https://www.deutschlandfunkkultur.de/transpersonen-desinformationen-100.html.

[15] Möglicherweise noch unterboten – und das ist keine geringe Leistung – wird der Beitrag von einer ebenso heuchlerischen wie diffamierenden Attacke der ARD-Journalistin Franka Welz auf Frau Vollbrecht. Siehe https://radioeins.de/programm/sendungen/der_schoene_morgen/kommentar/140826.html. Zur Kritik, siehe https://twitter.com/UweSteinhoff/status/1548017215697350659?s=20&t=wdBxFXG0aFxYpxfDdlom2g.

[16] https://www.rbb-online.de/kontraste/archiv/kontraste-vom-13-02-2022/angriffe-auf-transpersonen-woher-kommt-der-hass.html

[17] “Tödliche Attacke auf dem CSD in Münster. Polizei nimmt 20 Jahre alten Mann fest”, Focus Online, 3.9.2022, https://www.focus.de/panorama/welt/toedliche-attacke-am-rande-von-csd-muenster-polizei-nimmt-nun-20-jahre-alten-mann-fest_id_139467986.html.

[18] Siehe dazu etwa Ruud Koopmans, Das verfallen Haus des Islam: Die religiösen Ursachen von Unfreiheit, Stagnation und Gewalt (Müchen: C. H. Beck, 2020) besonders S. 210-223.

[19] Uwe Steinhoff und Aglaja Stirn, „Warum die Biologie nur zwei Geschlechter kennt,“ https://zeitung.faz.net/faz/geisteswissenschaften/2022-07-20/warum-die-biologie-nur-zwei-geschlechter-kennt/783149.html.  Übrigens gibt es auch jenseits der Biologie nicht mehr als zwei Geschlecht, siehe: https://www.cicero.de/kultur/gender-ideologie-das-gerede-vom-sozialen-geschlecht.

[20] „The term sex is used here to refer to biological systems involving the X and Y chromosomes, pre- and postnatal sexual differentiation, and hormones that influence sexual differentiation of the external genitals …“  Jeder Organismus ist ein biologisches System. Allerdings haben Frauen (von seltenen chromosomalen Anomalien abgesehen) kein Y-Chromosom. Jeder einzelne Mann wäre dieser Definition zufolge also ein Geschlecht (er hätte keins, er wäre eins) und Frauen wären keines, da ihnen das Y-Chromosom fehlt (Vögel haben sogar weder X- noch Y-Chromosome, müssen also offenbar ganz ohne Geschlecht in der Art auskommen …). Das Zitat stammt aus Janet Shibley Hyde, Rebecca S. Bigler, Daphna Joel, Charlotte Chucky Tate, and Sari M. van Anders, “The future of sex and gender in psychology: Five challenges to the gender binary,” American Psychologist 74(2) (2019), S. 171-193, https://doi.org/10.1037/amp0000307.

[21] https://twitter.com/ClaireAinsworth/status/888365994577735680?s=20&t=k7r_CRRAz_fg8Rd9RLgS8Q.

[22] Ben Krischke, „Evolutionsbiologe Axel Meyer im Gespräch: “’Diese Aktivisten könnten genauso gut sagen, die Erde sei eine Scheibe‘”, Cicero, 5. Juli 2022, https://www.cicero.de/kultur/evolutionsbiologe-axel-meyer-interview-mann-frau-intersexualitaet-biologie; Susanne Lenz, “HU-Biologe ’Der Streit um Zweigeschlechtlichkeit ist so unnötig wie ein Kropf’“, Berliner Zeitung 6.7.2022, https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/debatte/hu-biologe-ruediger-krahe-der-streit-um-zweigeschlechtlichkeit-ist-so-unnoetig-wie-ein-kropf-li.243826; Mihaela Pavlicev und Günter Wagner, “Transgender-Debatte: Die vier Quellen der Verwirrung”, DER STANDARD, 25.7.2022, https://www.derstandard.at/story/2000137702349/transgender-debatte-die-vier-quellen-der-verwirrung?ref=article; Chantal Louis, „Viele Geschlechter? Das ist Unfug!“ (Interview mit Christiane Nüsslein-Volhard), Emma, 22.8. 2022, https://www.emma.de/artikel/viele-geschlechter-das-ist-unfug-339689.

[23] Siehe etwa Siehe etwa Jussi Lehtonen und Geoff A. Parker, „Gamete competition, gamete limitation, and the evolution of two sexes“, Molecular Human Reproduction 20(12) (2014), S. 1161–1168. Douglas J. Futuyma, Evolutionary Biology, Third Edition. Sinauer Associates, Sunderland 1998, S. 606: „ANISOGAMOUS organisms have large (eggs) and small (sperm) gametes, defining male and female sexual functions.“ Astrid Kodric-Brown and James H. Brown, „Anisogamy, sexual selection, and the evolution and maintenance of sex“. Evolutionary Ecology 1 (1987), S. 95-105, hier S. 98: „The essence of maleness and femaleness is the production of either small, mobile or large, nutritive gametes, respectively.“

4 thoughts on “Wie der ÖRR Kritiker diffamiert und die Verstümmelung von Kindern befördert

  1. Hallo Herr Steinhoff,

    vielen Dank für Ihre letzten beiden Artikel zur regierungstreuen
    Kampagne verschiedener Sender des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks in
    Sachen Transgenderideologie und angeblicher Vielfalt des biologischen
    Geschlechts.

    Dass die Zensurabteilung des zu Google gehörenden You-Tube zwei Ihrer
    Videobeiträge hat sperren lassen, hat mich angesichts der noch viel
    härteren Kulturkämpfe in den USA nicht gewundert. Fast alle IT-Konzerne
    sind propagandistische Vorreiter in den Kulturkämpfen um Sex, Crime und
    Fakenews aufgrund einer anti-realistischen, wissenschaftsfeindlichen und
    narzisstischen Willkürfreiheit.

    Ich erschrecke jedoch zunehmend über den qualitätslosen und
    propagandistischen Journalismus des ziemlich korrupten bundesdeutschen
    ÖRR, der voller Vetternwirtschaft und Selbstbereicherung ist, obwohl er
    immer noch zumindest weitgehend (?) gebührenfinanziert ist.

    Während der von wilden Verschwörungstheorien aufgeladenen Corona- und
    Impfdebatten, hielt ich die Kritik am ÖRR tatsächlich noch weitgehend
    für eine Sache von AfD-Mitgliedern und AfD-Anhängern, von dubiosen
    Rechtspopulisten und bormierten Rechtsradikalen sowie von einigen sog.
    Querdenkern und abgefahrenen Reichsbürgern.

    Aber jetzt fange ich an zu begreifen, dass der ÖRR mit seiner
    Wissenschaftsfeindschaft wirklich korrupt ist und eher an die
    staatlichen Sender der DDR erinnert.

    Ich kann Ihnen, was Ihre letzten beiden Beiträge angeht, in den meisten
    Punkten nur zustimmen.

    Nur Ihre Verbindung zum Problem der Pädophilie und der angeblich
    emanzipatorischen Pädophilenlobby der Grünen fand ich etwas (zu)
    polemisch. Ich fürchte, dass es Ihrer guten Sache und Ihren besseren
    Argumenten nicht diente, sondern, dass sie nun als Polemiker
    abgestempelt werden könnten.

    Desgleichen stimme ich Ihnen nicht zu, wenn sie aufgrund der Misstände
    am Ende gleich die Abschaffung des ÖRR befürworten. Der ÖRR war hier und
    in anderen Ländern (BBC; SFR; etc) als eine Stütze der Demokratie und
    der 4. Gewalt gegen den Totalitarismus gedacht und wurde dazu eingeführt.

    Er war für lange Zeit nicht nur hierzulande ein Erfolgsmodell und ist
    erst seit den 90er Jahren zunehmend zu einer opportunistischen und
    unkritischen Propagandamaschine des Linksliberalismus verkommen. Das ist
    auch mit der BBC und mit dem britischen Guardian passiert.

    M. E. gehört er gründlich reformiert, gesund geschrumpft und wie
    demnächst in Frankreich steuerfinanziert. Aber dafür regieren jetzt in
    Deutschland die falschen Parteien, da er ihre demagogische Politik der
    aus den USA kommenden linksliberalen Volksumerziehung und der
    anti-wissenschaftlichen und anti-konservativen Kulturrevolution
    unterstützt.

    Herzliche Grüße,

    Ulrich Diehl

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  2. Lieber Herr Diehl, ich glaube, die Verbindung zwischen Transgenderideologie und Pädophilie wird immer deutlicher. Sehen Sie auch hier: https://threadreaderapp.com/thread/1595805690530254848.html
    Ich fand den ÖRR früher großartig, aber nicht mehr. Ich glaube, es bedarf einer Abschaffung und dann eines Neuanfangs mit anderem Modell und bei weitem kleiner. Das wäre dann aber nicht mehr der jetzige ÖRR.
    Mit besten Grüßen, Uwe Steinhoff

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